Kategorie: Action

  • Ori and the Will of the Wisps

    Ori and the Will of the Wisps

    Gameplay

    Ori and the Will of the Wisps ist wie sein Vorgänger ein Action-Plattformer im Metroidvania-Stil und reiht sich damit in ein Genre ein, das in den letzten Jahren zahlreiche Meisterwerke hervorgebracht hat. Im direkten Vergleich mit Titeln wie Hollow Knight oder Metroid Dread behauptet sich Ori überraschend stark – und zeigt eindrucksvoll, dass gutes Spieldesign nicht immer laut oder übermäßig komplex sein muss, sondern durch Eleganz und Gefühl überzeugen kann.

    Ich habe beide Teile im Frühjahr nach der Geburt meiner Tochter gespielt – eine magische, aber auch herausfordernde Zeit. Damals hat mich das Spiel tief berührt, und ich wollte nun herausfinden, ob diese Begeisterung dem Moment geschuldet war oder ob das Spiel auch nüchtern betrachtet so stark ist. Bereits nach wenigen Minuten im neuen Durchlauf war klar: Ori überzeugt spielmechanisch auf ganzer Linie.

    Im ersten Drittel des Spiels erhalten wir die wichtigsten Bewegungswerkzeuge – Doppelsprung, Dash, Wandsprünge und die Bash-Mechanik, mit der wir uns an Gegnern, Projektilen oder bestimmten Objekten abstoßen können. Diese Fähigkeit ist das Herzstück des Plattformings: Sie erlaubt nicht nur kreative Fortbewegung, sondern verleiht dem Spiel ein Gefühl von Leichtigkeit und Dynamik, das sich durch das gesamte Leveldesign zieht. Besonders beeindruckend: Die Spielwelt selbst lebt mit. Blätter, Zweige und Strukturen bewegen sich bei unseren Aktionen mit – eine kleine, aber sehr wirkungsvolle Detailverliebtheit.

    Das Kampfsystem wurde gegenüber dem Vorgänger deutlich ausgebaut. Statt bloßem Ausweichen und gelegentlichem Angreifen steht uns nun ein magisches Schwert zur Verfügung, ergänzt durch weitere Fähigkeiten wie AOE-Angriffe oder Pfeilschüsse. Zwar ist das Trefferfeedback nicht ganz so präzise wie etwa bei Hollow Knight, aber sobald man sich an Timing, Distanz und Kombinationsmöglichkeiten gewöhnt hat, funktioniert das System ausgesprochen rund. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Ressourcenmanagement: Lebensenergie und Seelenkraft müssen im Kampf gut eingeteilt werden, denn reines Ausweichen ist oft nicht möglich – viele Bosse geben kaum visuelle Hinweise auf ihre Angriffe.

    Die Bosskämpfe sind weniger ein Test unserer Reaktionsfähigkeit als vielmehr ein Spiel mit Risiko und Belohnung. Besonders hervorzuheben sind jedoch die Fluchtsequenzen: cineastisch inszenierte Lauf- und Sprungpassagen, in denen sich unter Zeitdruck die ganze Vielfalt unserer Bewegungsmöglichkeiten entfaltet. Diese Szenen sind dramaturgisch wie spielerisch absolute Highlights – sie fesseln, fordern und hinterlassen bleibenden Eindruck.

    Visuals

    Ori and the Will of the Wisps erschien 2020 ursprünglich für die letzte Konsolengeneration und ist technisch betrachtet kein 4K-Grafikwunder mit hochauflösenden Texturen. Doch das spielt in diesem Fall kaum eine Rolle, denn was Ori in Sachen Artstyle und visueller Gestaltung auf den Bildschirm zaubert, ist schlicht atemberaubend.

    Selbst auf der Switch wirkt jede Szene wie ein gemaltes Kunstwerk. Die Lichtstimmungen sind meisterhaft gesetzt: Nebel liegt über Sümpfen, glühende Pilze erhellen dunkle Höhlen, Sonnenstrahlen brechen durch dichte Baumkronen. Jedes Biom hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Farbpalette – und doch ergibt alles ein harmonisches Ganzes. Klar, es gibt ein Feuerbiom, ein Wassergebiet und eine düstere Wüstenregion – das gehört zum Genre fast dazu – aber Ori schafft es, bekannte Elemente neu zu interpretieren und mit eigenem Flair zu versehen.

    Besonders auffällig ist, dass die Spielwelt nicht wie bei vielen Genrevertretern aus wiederverwendbaren Tiles oder Baukastensystemen besteht, sondern vollständig handgebaut wirkt. Man merkt, dass jedes Areal liebevoll gestaltet wurde. Licht und Schatten verändern die Atmosphäre spürbar – besonders eindrucksvoll ist, dass viele Orte nach ihrer „Heilung“ durch den Spielfortschritt heller, freundlicher und weniger bedrohlich erscheinen. Es ist ein subtiler, aber wirkungsvoller visueller Wandel, der Emotionen transportiert.

    Ori ist stilistisch so stark, dass die begrenzte Auflösung fast völlig in den Hintergrund rückt. Und trotzdem: Eine native 4K-Version mit HDR und feinerem Detailgrad wäre ein Traum. Doch auch so zählt Will of the Wisps zu den visuell eindrucksvollsten Spielen seines Genres – und schafft es, trotz technischer Limitierungen, regelmäßig für staunende Momente zu sorgen.

    Story

    Ori and the Will of the Wisps erzählt keine neue Geschichte – aber auf eine Art, wie es nur wenige Spiele schaffen. Wir starten mit unseren alten Freunden und der kleinen Eule Ku, die aufgrund eines missgebildeten Flügels nicht fliegen kann. Mit unserer Hilfe und der Feder ihrer Mutter wagt sie schließlich den ersten Flug – nur um mit uns in einen Sturm zu geraten und in einem düsteren, von Fäulnis befallenen Wald abzustürzen. Getrennt voneinander beginnt eine doppelte Reise: die Suche nach unserem Eulenfreund und der Kampf, den Wald von seiner Dunkelheit zu befreien.

    Auf unserem Weg helfen wir tierischen Waldbewohnern, bauen ein Dorf wieder auf und treffen Kwolok – eine weise Kröte, die uns anleitet, die Seele des Waldes zu sammeln. Doch unser Gegenspieler ist Shriek, eine tragische Eulen-Chimäre, halb Kreatur, halb gebrochenes Wesen. Als wir Ku wiederfinden, wird sie von Shriek getötet – ein Moment, der emotional tief trifft.

    Mit Kwolok verlieren wir kurz darauf unseren zweiten Halt, und als schließlich auch er stirbt, liegt es ganz an uns, das Gleichgewicht zurückzubringen. Im düstersten Abschnitt des Spiels – einer Reise durch absolute Dunkelheit – retten wir die Spinne Mora, die ebenfalls nur Opfer der Dunkelheit war.

    Im Finale treffen wir auf Shriek, die die letzte Hoffnung des Waldes zerstört. Nach einem dramatischen Kampf zieht sie sich, sterbend, zu den versteinernden Überresten ihrer Eltern zurück – ein Moment voller Mitgefühl. Ori opfert sich schließlich, wird selbst zum neuen Lebensbaum, zum Wächter des Waldes – und offenbart sich als Erzähler beider Spiele.

    Ein Ende mit Gänsehaut. Ein Märchen in Licht und Schatten.

    Atmosphäre

    Ori and the Will of the Wisps ist atmosphärisch ein absolutes Schwergewicht – ein Spiel, das mit audiovisueller Wucht und feinfühliger Inszenierung gleichermaßen beeindruckt. Der orchestrale Soundtrack von Gareth Coker zählt zum Besten, was dieses Medium je hervorgebracht hat. Mal sanft und melancholisch, dann wieder bombastisch und treibend, begleitet die Musik jede Szene mit unglaublichem Fingerspitzengefühl. In den Fluchtsequenzen wird der Puls synchron zur Musik schneller, in ruhigen Momenten erzählt der Soundtrack allein Geschichten. Es ist irgendwo zwischen Disney, World Music und einem tragischen Märchenfilm – aber ohne je kitschig zu wirken.

    Visuell unterstützt wird das Ganze von einem Stil, der Licht, Farbe und Bewegung in einer Weise kombiniert, die selbst ohne Dialoge Emotionen transportiert. Schatten tanzen, Biome erwachen zum Leben, und selbst kleinere Animationen – ein Blinzeln, ein Zögern, ein Zusammenzucken – machen die Welt greifbar. Auch wenn die Story auf dem Papier simpel wirkt, entfaltet sie durch Timing, Mimik und Musik eine emotionale Wucht, der man sich schwer entziehen kann.

    Am Ende entsteht ein Gefühl, das viele große Spiele verfehlen: Ori ist nicht einfach nur bewegend – es ist berührend. Ein Spiel, das einen anschaut, bevor es einem ans Herz geht.

    Umfang

    Ori and the Will of the Wisps ist mit einer Spielzeit von etwa 10 bis 15 Stunden genau richtig lang. Es bietet ein intensives, emotionales Erlebnis, das sich in wenigen Tagen durchspielen lässt, funktioniert aber genauso gut in kleinen Häppchen über mehrere Wochen. Gerade weil das Spiel nicht übermäßig schwer ist, kommt es nie zu Frust oder Ermüdung. Man kann jederzeit abschweifen, Geheimnisse suchen oder Nebenpfade erkunden, ohne das Gefühl zu haben, sich in einem endlosen Spiel zu verlieren.

    Das Leveldesign ist dabei hervorragend durchdacht: Die Spielwelt ist komplett zusammenhängend, das Backtracking minimal und angenehm, zumal die Bewegung mit Fähigkeiten wie Bash, Dash oder Wall Climb so flüssig und spaßig ist, dass der Weg zum Ziel selten wie Arbeit wirkt. In jedes Gebiet kehrt man maximal ein- bis zweimal zurück, um mit neuen Fähigkeiten vorher unerreichbare Orte zu erkunden.

    Ori respektiert die Zeit seiner Spielenden. Es gibt keine überflüssigen Mechaniken oder Füllmaterial. Stattdessen bietet das Spiel eine dichte, fokussierte Erfahrung mit hohem Wiederspielwert und einem klaren Ende. Es beweist eindrucksvoll, dass weniger manchmal mehr ist – vor allem, wenn es so meisterhaft umgesetzt wird.

    Bonus

    Für die rund 10 €, die Ori and the Will of the Wisps regelmäßig im Angebot kostet, bekommt man nicht nur ein erstklassiges Metroidvania mit wunderschönem Artstyle, tränenverdächtiger Story und einem orchestralen Soundtrack – man bekommt auch das 2D-Zelda, das Nintendo uns wohl nie geben wird.

    Die Parallelen sind erstaunlich: eine magische Welt voller Geheimnisse, ein geschicklichkeitsbasiertes Kampfsystem mit Schwert und Fähigkeiten, liebevoll gestaltete Dörfer und Bewohner, die unsere Hilfe brauchen. Vor allem aber erinnern die cleveren, oft von der restlichen Welt abgetrennten Dungeons stark an klassische Zelda-Designs. Sie führen eigene Spielmechaniken ein, die wir Stück für Stück durchschauen, indem wir neue Wege erschließen, Mechanismen manipulieren oder über Rätsel die Umgebung verändern.

    Ein Paradebeispiel ist The Wellspring: eine riesige Wassermühle, deren verstopfte Walzen wir nach und nach befreien. Durch unsere Aktionen beginnt sich das gesamte Areal zu drehen und zu transformieren. Das Gefühl, sich durch das funktionierende Innere eines gigantischen Uhrwerks zu bewegen, ist einzigartig und voll Zelda-Magie.

    Ori ist damit mehr als nur ein schönes Indie-Spiel – es ist ein Liebesbrief an klassisches Spieldesign, der Genregrenzen überwindet. Shigeru Miyamoto wäre stolz.

  • Kena: Bridge of Spirits

    Kena: Bridge of Spirits

    Kena: Bridge of Spirits wirkt auf den ersten Blick wie ein Pixar-Film – charmant, farbenfroh und voller Magie. Doch hinter der hübschen Fassade verbirgt sich weit mehr: ein emotionales Abenteuer über Verlust, Verantwortung und das Loslassen. Entwickelt vom Indie-Studio Ember Lab, das zuvor eher für animierte Kurzfilme bekannt war, wagt sich Kena mutig in das Terrain der Action-Adventures – und präsentiert dabei ein Debüt, das gleichermaßen technisch beeindruckt und atmosphärisch berührt.

    Als junge Geisterführerin Kena reist man durch eine verwunschene Welt, die von alten Tragödien und verlorenen Seelen durchzogen ist. Unterstützt von den knuffigen „Rott“ – kleinen, helfenden Wesen – stellt sich Kena dunklen Mächten, löst Umgebungsrätsel und entfaltet nach und nach die Geschichten derer, die sie erlösen möchte. Das Spiel verbindet klassische Gameplay-Elemente wie Kämpfe, Erkundung und Upgrades mit einer intensiven visuellen und musikalischen Präsentation.

    Doch kann Kena: Bridge of Spirits mehr als nur schön aussehen? In diesem Review werfe ich einen genaueren Blick auf das Spielgefühl, das Kampfsystem, die Erzählung und die emotionale Tiefe – und prüfen, ob Ember Labs Erstling auch spielerisch so überzeugt, wie er inszenatorisch glänzt.

    Gameplay

    Wer Trailer oder Screenshots von Kena: Bridge of Spirits gesehen hat, stellt sich unweigerlich die Frage: Sieht das nur gut aus – oder macht es auch Spaß? Die kurze Antwort: Ja*. Denn auch wenn die Inszenierung filmreif ist, handelt es sich letztlich um ein Action-Adventure mit soliden Rätsel- und Plattforming-Elementen, die gut in eine klassische Gameplay-Formel eingebettet sind.

    Zu Beginn kämpfen wir mit einem Stab im Nahkampf, später kommen Bogen und klebrige Bomben hinzu. Stärkere Gegner haben Schwachstellen, fliegende Feinde erfordern präzise Schüsse, und Bosse verlangen das Erlernen ihrer Angriffsmuster. Ausweichrollen und Paraden gehören zum Repertoire – Letztere leiden allerdings unter schwer lesbarem Timing. Der normale Schwierigkeitsgrad ist fordernd, aber fair, sofern man früh in den eher simplen Skilltree investiert. Ich selbst habe das erst zur Hälfte des Spiels getan – und musste die neuen Tastenkombinationen dann unter Bossdruck mühsam verinnerlichen.

    Das Plattforming ist präzise, aber nie zu schwer. Die Erkundung hingegen belohnt konsequent: Jeder Sieg lässt die Welt aufblühen, kleine Belohnungen locken abseits der Pfade. Highlight sind die „Rot“ – putzige Helfer, die erst nach gefülltem „Mut-Meter“ im Kampf aktiv werden. Das ist charmant gelöst, auch wenn sich das gesamte Spiel nie ganz so direkt oder präzise anfühlt, wie es sollte. Trotzdem bleibt der Spielspaß erhalten.

    7,7*

    Visuals

    Kena wird oft auf seine Optik reduziert – und das nicht ohne Grund. Visuell sticht das Spiel deutlich hervor. Auch wenn ich persönlich kein großer Fan des typischen Pixar-Stils bin, muss man anerkennen: Die Charaktere sind ausdrucksstark, Kena selbst ist gelungen designt, und die Spielwelt hat einen regelrechten Glanz.

    Dominiert wird die Atmosphäre von satten Grün- und Blautönen. Wir bewegen uns meist durch schattige Wälder, Höhlen und alte Ruinen – das Setting ist nicht übermäßig abwechslungsreich, aber stilistisch in sich stimmig und visuell hervorragend umgesetzt. Besonders das Wasser überzeugt mit beeindruckender Klarheit und Spiegelung.

    Ein Highlight sind die leuchtenden, blauen Kristalle, deren Licht wir mit einer Fähigkeit aktivieren können. Wie eine Schallwelle breitet sich das Leuchten in der Umgebung aus, reagiert mit Objekten und verändert die Szenerie. Dieser Effekt ist nicht nur technisch sauber, sondern visuell äußerst wirkungsvoll – hier merkt man, dass Ember Lab seine Wurzeln in der Animation hat.

    Insgesamt schafft Kena: Bridge of Spirits eine märchenhafte Welt, die zwar klein im Maßstab, aber groß in Atmosphäre ist – und optisch Maßstäbe für ein Indie-Debüt setzt.

    9,1*

    Atmosphäre

    n Sachen Atmosphäre macht Kena: Bridge of Spirits vieles richtig – schöpft sein Potenzial aber nicht vollständig aus. Der stimmige Artstyle in Kombination mit durchdachtem Lighting erzeugt gemeinsam mit den dynamischen Elementen der Spielwelt eine dichte, märchenhafte Stimmung. Visuell trägt das Spiel hier die meiste Last – und das mit Bravour.

    Die Musik ist solide: unaufdringlich, funktional, gelegentlich stimmungsvoll. Besonders das Thema des zentralen Dorfes in der Hub-Region bleibt positiv in Erinnerung. Auch die Bosskämpfe sind musikalisch passend unterlegt, allerdings bleiben die meisten Tracks nicht im Gedächtnis – es ist eher Begleitung als Wiedererkennungswert.

    Was der Atmosphäre am meisten schadet, ist die schwache Erzählung. Die Handlung bleibt oberflächlich, die emotionalen Momente zünden nur selten. Dabei wären die Grundlagen da: Die Synchronsprecher liefern starke Leistungen, kommen aber nur punktuell zum Einsatz. Vor allem Kena selbst bleibt als Figur erstaunlich blass – eine verschenkte Chance, der Geschichte mehr Tiefe und Gewicht zu geben.

    So bleibt die Atmosphäre zwar insgesamt angenehm und stimmungsvoll, aber mit spürbaren Leerstellen – besonders dort, wo narrative Stärke das visuelle Fundament hätte ergänzen können.

    7,9*

    Story

    Ich schreibe dieses Review vier Tage nach dem Abspann – und trotzdem fällt es mir schwer, die Geschichte von Kena über ein paar oberflächliche Motive hinaus zusammenzufassen. Kena ist eine Spirit Guide, also jemand, der Seelen hilft, ihren Frieden zu finden und ins Jenseits überzutreten. Soweit, so gut.

    Wir landen in einem Dorf am Fuß eines mystischen Berges, auf dem einst ein göttliches Wesen lebte, das seine Kraft verloren hat. Die Welt drumherum ist von Verderbnis befallen, Monster treiben ihr Unwesen – klassisches Set-up. Der große Widersacher ist Toshi, ein Samurai mit dunklem Blick und unklaren Motiven. Im Laufe der Handlung erfahren wir, dass er sich gegen den göttlich vorgegebenen Kreislauf von Leben und Tod gestellt hat – was letztlich das Chaos ausgelöst hat.

    Unterwegs begegnen wir ein paar NPCs, die kurz Hoffnung auf emotionale Tiefe machen – nur um dann zu schnell wieder zu verschwinden. Es gibt Momente, die andeuten, was möglich gewesen wäre, aber vieles bleibt an der Oberfläche. Kena selbst? Wäre eigentlich eine spannende Figur, aber auch bei ihr kratzt die Story nur am Potenzial.

    Unterm Strich: nett erzählt, schöne Ansätze – aber emotional leider ziemlich dünn.

    6,2*

    Umfang

    ena: Bridge of Spirits ist kein 40-Stunden-Epos – und das ist auch gut so. Selbst wenn man ein bisschen abseits des Hauptpfads unterwegs ist, optionale Ecken erkundet und gelegentlich in bereits besuchte Gebiete zurückkehrt, ist man nach etwa 10–12 Stunden durch. Für ein Spiel dieser Art ist das eine sehr angenehme Länge.

    Gerade in Verbindung mit dem oft sehr fairen Preis (unter 20 € im Sale keine Seltenheit) fühlt sich der Umfang absolut stimmig an. Das Spiel weiß, wann Schluss ist – bevor sich Mechaniken abnutzen oder das Pacing leidet. Würde man daraus ein 60-Stunden-Spiel machen, würde das Gameplay so, wie es ist, vermutlich nicht tragen. Aber so bleibt alles kompakt, rund und ohne unnötige Längen.

    8,5*

    Bonus

    Wenn man bedenkt, dass Kena: Bridge of Spirits das Erstlingswerk eines kleinen Animationsstudios ist, muss man einfach den Hut ziehen. Ember Lab liefert hier ein Debüt ab, das sich problemlos mit AA-Genregrößen messen kann – und in manchen Momenten sogar kurz an die ganz Großen heranreicht.

    Zuvor war das Studio vor allem durch den YouTube-Kurzfilm Terrible Fate bekannt, eine beeindruckende Hommage an The Legend of Zelda: Majora’s Mask. Dass sie aus dieser Fanliebe ein eigenes Spiel auf die Beine gestellt haben, das technisch sauber, visuell atemberaubend und spielerisch solide ist, ist eine echte Leistung.

    Leider hört man aktuell nichts von einem neuen Projekt bei Ember Lab – was schade ist, denn Kena zeigt eindeutig, dass hier viel Potenzial schlummert. Wenn irgendwo eine Ankündigung auftaucht, bin ich auf jeden Fall wieder neugierig dabei.

    7,7*

  • The Elder Scrolls IV: Oblivion

    The Elder Scrolls IV: Oblivion

    Lange wurde spekuliert, nun ist es endlich da: The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered. Kein klassischer Shadow Drop – zu lange hielten sich die Gerüchte – und doch eine wunderbare Überraschung. Die Neuauflage des genredefinierenden Rollenspiels von 2006 kehrt zurück, mit modernisierter Grafik, behutsam überarbeitetem Gameplay und dem vertrauten Charme des Originals. Spielbar auf aktuellen Plattformen, zugänglich für eine neue Generation von Spielern – viele davon waren noch nicht einmal geboren, als der Held von Kvatch sich erstmals Mehrunes Dagon entgegenstellte.

    Schon bei der Ankündigung sprach Bethesda von einem technischen Hybrid: Die alte Creation Engine als Fundament, kombiniert mit der Rendering-Power der Unreal Engine 5. „Geht das überhaupt?“ – fragte man sich. Die Antwort lautet: ja, erstaunlich gut. Neugierig und voller Nostalgie habe ich mich sofort in diese neue alte Welt gestürzt. Und was ich dabei erlebt habe, möchte ich im Folgenden mit euch teilen.

    Gameplay

    Bethesda und Virtuos wollten das ursprüngliche Spielgefühl bewahren und haben nur punktuell modernisiert. Als jemand, der das Original kennt, hoffte ich, dass frustrierende Elemente wie leveled enemies, minmaxing oder zwanghaftes Grinden der Vergangenheit angehören. Die überarbeitete Levelmechanik – ein Hybrid aus Oblivion und Skyrim – klang zunächst vielversprechend. Doch leider skaliert die Gegnerausrüstung weiterhin mit: Anfangs tragen Banditen Leder, später dann Ebenherz. Die Levelkurve ist zwar flacher, aber Level-Ups machen das Spiel immer noch schwieriger.

    Trotzdem bleibt das Fähigkeiten-basiertes Fortschrittssystem ein Highlight: Wer sprintet, zaubert, kämpft oder schleicht, wird besser – genau so soll es sein. Auch das UI wurde modernisiert, ist aber nicht ganz frei von Unübersichtlichkeit. Das Kampfsystem fühlt sich dank verbessertem Trefferfeedback und flüssigeren Animationen runder an, bleibt aber weit hinter modernen Action-RPGs zurück. Ausweichen ist kaum relevant, und strategische Tiefe entsteht selten.

    Kurz gesagt: Es spielt sich angenehmer als früher – aber nicht wie ein Spiel von heute. Und vielleicht ist genau das Teil seines Reizes.

    *8,1

    Visuals

    Grafisch leistet die Unreal Engine 5 ganze Arbeit. Die hochauflösenden Texturen kommen hervorragend zur Geltung, und obwohl man Raytracing oder andere visuelle Spielereien vergeblich sucht, sieht Oblivion – besonders nach dem Verlassen der Kanalisation – durchgehend beeindruckend aus. Der leicht überlichtete, psychedelische Look des Originals wurde gut eingefangen, auch wenn das Gras heute nicht mehr ganz so grell leuchtet. Vermisst habe ich das aber nicht.

    Die Charaktere sind endlich ansehnlich: keine Wasserköpfe mehr, deutlich bessere Proportionen und bei wichtigen NPCs sogar gelungene Gesichtsausdrücke und solide Animationen – etwas, das man bei Bethesda nicht unbedingt erwartet hätte. Leider werden entfernte Objekte immer noch nur spärlich dargestellt, wodurch etwa Wälder in der Ferne etwas löchrig wirken. Trotzdem ist es ein gewaltiger grafischer Fortschritt – besonders im Vergleich zu Starfield, das oft wie ein Spiel aus den frühen 2010ern wirkte.

    *8,9

    Atmosphäre

    Oblivion braucht ein wenig, bis sie es sich richtig im Kopf festsetzt. Das Original hatte fast etwas Fiebertraumartiges: die überbelichtete Optik, die hölzernen NPC-Dialoge, eine Spielwelt, die unbeeindruckt weitermacht, während buchstäblich die Hölle über sie hereinbricht. Menschen diskutieren über Ereignisse auf der anderen Seite der Welt, während neben ihnen eine Schlägerei tobt. Oft wirkte das unbeabsichtigt komisch – aber auf so durchgängige Weise, dass es fast wie Absicht erschien. Genau das wurde im Remake beibehalten.

    Selbst ikonische falsch eingesprochene Voicelines sind wieder dabei. Und tatsächlich: Wenn man durch die Berge bei Bruma streift, Sancre Tor erkundet oder die Schlacht um Kvatch erlebt, kommt echte Stimmung auf. Oblivion geht inflationär mit den Oblivion-Toren um, aber solange man sich auf die für die Hauptquest nötigen beschränkt, bleibt es im Rahmen. Und atmosphärisch sind diese Tore schlicht stark.

    Das ikonische Intro mit Patrick Stewart funktioniert noch immer hervorragend, und auch die Ayleiden-Ruinen tragen zur Stimmung bei. Einzig der remasterte Soundtrack bleibt etwas hinter dem von Skyrim zurück – solide, aber nicht ganz so einprägsam.

    *8,2

    Story

    Wie für The Elder Scrolls typisch, beginnen wir auch in Oblivion Remastered als Gefangener – diesmal in den Kerkern der Kaiserstadt. Dort geraten wir durch Zufall in die Flucht des Kaisers Uriel Septim, der von der mysteriösen „Mythischen Morgenröte“ verfolgt wird. In prophetischer Voraussicht übergibt er uns vor seinem Tod das Amulett der Könige mit der Bitte, es zu Jauffre, dem Anführer der Klingen, zu bringen.

    Nach dem Prolog, der in der Kanalisation endet, entlässt uns das Spiel in seine offene Welt. Wer der Hauptquest folgt, begegnet bald Bruder Martin, dem letzten Erben der kaiserlichen Blutlinie. Zusammen mit den Klingen kämpfen wir gegen die Verschwörung der Morgenröte und versuchen, das Reich vor dem Untergang zu bewahren. Der einzige Weg, die Tore von Oblivion zu schließen, ist das Entzünden der Drachenfeuer durch Martin – doch das Amulett wird gestohlen.

    Unsere Jagd führt uns zu Mankar Camoran, einem abtrünnigen Hochelfen und Hohepriester von Mehrunes Dagon. Nach der Verteidigung Brumas und dem Sieg über Camoran, stellt sich Martin am Ende selbst gegen Dagon und opfert sich. Damit endet das Dritte Zeitalter – ein würdiger Abschluss, dem es jedoch etwas an Inszenierung fehlt. Cutscenes, gezielteres Licht, mehr NPCs und besser eingesetzte Musik hätten der Story gutgetan.

    *7,4

    Umfang

    Oblivion Remastered lässt uns selbst entscheiden, wie viel Zeit wir investieren möchten. Die Hauptstory lässt sich dank Levelscaling zügig auch auf niedrigerem Level abschließen. Wer zusätzlich einige Nebenquests und ein bis zwei Fraktions-Questreihen erleben und die Welt zumindest oberflächlich erkunden will, landet schnell bei 20–30 Stunden. Wer hingegen wirklich alles sehen, jede Ruine durchsuchen, alle Fraktionen abschließen und sich in der Spielwelt verlieren möchte, wird sich dieses Jahr kein anderes Spiel mehr vornehmen müssen.

    Hier zeigt sich erneut die Stärke der Bethesda-Formel: Spielerisch bietet Oblivion keine extreme Tiefe – weder im Kampf noch im Questdesign – aber das Spiel lässt uns entscheiden, wie sehr wir uns darauf einlassen wollen. Und für jede investierte Stunde bekommen wir etwas zurück: eine neue Geschichte, ein interessanter Dungeon, ein atmosphärischer Ort oder eine überraschend gute Nebenquest. Die Freiheit, das Tempo selbst zu bestimmen, macht Oblivion auch heute noch besonders.

    *8,8

    Bonus

    Eine der größten Stärken der Elder Scrolls-Reihe war schon immer das Worldbuilding – und Oblivion bildet da keine Ausnahme. Eine solche Welt entsteht nicht in einem einzigen Entwicklungszyklus. Selbst als das Original 2006 erschien, lagen bereits 15 Jahre kontinuierlicher Weltentwicklung hinter ihr – und das spürt man. Was dem Spiel an moderner Inszenierung fehlt, macht es durch Tiefe und Kontinuität seiner Spielwelt mehr als wett.

    Jede der zehn spielbaren Rassen hat eine eigene Geschichte, Kultur und politische Ausrichtung. Völker und Fraktionen stehen in komplexen Beziehungen zueinander, familiäre Linien lassen sich durch die Jahrhunderte hinweg verfolgen. Wer bereit ist, sich in Bücher, Dialoge und versteckte Hinweise zu vertiefen, stößt früher oder später auf faszinierende, beinahe mystische Konzepte: Was ist aus den Dwemern geworden? Was bedeutet „tonale Architektur“? Was steckt hinter der Tower-Theorie? Ist M’aiq der Lügner nur ein Witz, ein Developer – oder ein Turm?

    Und dann ist da noch Vivec, der mit der vierten Wand spielt wie mit einem Fidget Spinner. All das wird uns nicht direkt erklärt – wir müssen es entdecken. Wer sich darauf einlässt, findet hier eines der reichhaltigsten Fantasy-Universen der Videospielgeschichte.

    *9,1

    Score: 8,4

  • Hollow Knight

    Hollow Knight

    Hollow Knight ist ein atmosphärisches 2D-Metroidvania, das den Spieler in die düstere, unterirdische Welt von Hallownest entführt – ein verlassenes Königreich voller Geheimnisse, verlorener Zivilisationen und gefährlicher Kreaturen. In der Rolle des stillen, kleinen Ritters erkundet man ein riesiges, labyrinthartiges Netzwerk aus Ruinen, Tunneln und Tempeln, in dem hinter jeder Ecke neue Herausforderungen und Enthüllungen warten.

    Das Spiel besticht durch seine handgezeichnete Grafik, stimmungsvolle Musik und sein minimalistisches Storytelling. Vieles wird nicht direkt erklärt – die Geschichte entfaltet sich schrittweise durch Umgebungsdetails, kryptische Dialoge und optionale Entdeckungen. Dabei geht es um Themen wie Verfall, Opferbereitschaft und den ewigen Kampf gegen eine alles verschlingende Seuche.

    Spielerisch überzeugt Hollow Knight mit präziser Steuerung, fordernden Kämpfen und einer Vielzahl an Fähigkeiten, die schrittweise freigeschaltet werden und neue Wege in der Welt eröffnen. Zahlreiche Bosse, Geheimnisse und optionale Pfade machen jeden Durchgang individuell und belohnen neugierige Erkundung.

    Hollow Knight ist kein einfaches Spiel – es verlangt Geduld, Geschick und einen Sinn für das Unausgesprochene. Doch wer sich auf seine melancholische Welt einlässt, erlebt ein außergewöhnliches Abenteuer, das lange nachhallt. Ein moderner Indie-Klassiker.

  • The Legend of Zelda: Echos of Wisdom

    The Legend of Zelda: Echos of Wisdom

    The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom ist ein kommender Top-Down-Zelda-Titel, der erstmals Prinzessin Zelda selbst zur spielbaren Hauptfigur macht. Das Spiel erscheint 2024 für die Nintendo Switch und stellt einen frischen erzählerischen und spielerischen Ansatz innerhalb der Reihe dar.

    Die Geschichte beginnt damit, dass Link in einem mysteriösen Vorfall verschwindet, bei dem Menschen spurlos aus Hyrule verschwinden. Als Zelda Zeugin dieser Ereignisse wird, nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand. Mithilfe eines neuen magischen Werkzeugs namens „Tri-Rute“ kann sie sogenannte „Echos“ erschaffen – magische Abbilder von Objekten und Kreaturen, die sie zuvor gesehen hat. Diese Fähigkeit erlaubt ihr, Rätsel auf kreative Weise zu lösen, Gegner zu bekämpfen oder die Umwelt zu manipulieren.

    Spielerisch kombiniert Echoes of Wisdom klassische Top-Down-Zelda-Elemente mit einer Sandbox-artigen Herangehensweise an Problemlösung. Statt vordefinierter Items steht Zeldas Vorstellungskraft im Mittelpunkt: Sie kann beispielsweise Klötze kopieren, um Brücken zu bauen, oder Gegner-Echos verwenden, um im Kampf Vorteile zu erzielen.

    Mit einem charmanten Grafikstil, der an das Link’s Awakening-Remake erinnert, und einem neuen Fokus auf Zeldas Intelligenz und Mut, stellt Echoes of Wisdom eine frische und vielversprechende Erweiterung der Zelda-Serie dar.

  • Crypt of the NecroDancer: Cadence of Hyrule

    Crypt of the NecroDancer: Cadence of Hyrule

    Cadence of Hyrule ist ein einzigartiges Crossover zwischen dem Indie-Hit Crypt of the NecroDancer und der The Legend of Zelda-Reihe. Es wurde 2019 exklusiv für die Nintendo Switch veröffentlicht und kombiniert die rhythmusbasierten Kämpfe und das Roguelike-Gameplay des Originals mit der Welt, Musik und den Charakteren von Zelda.

    Die Handlung beginnt, als der Bösewicht Octavo mithilfe einer magischen Laute Hyrule in musikalisches Chaos stürzt. Dabei bringt er sowohl Link als auch Zelda außer Gefecht – bis Cadence, die Heldin aus Crypt of the NecroDancer, plötzlich in dieser Welt erwacht. Gemeinsam mit Link und Zelda (beide spielbar) zieht sie los, um Octavo zu stoppen und Hyrule zu retten.

    Das Spiel folgt dem Rhythmus des Soundtracks: Gegner, Spielerbewegungen und Angriffe laufen im Takt der Musik ab. Die Weltkarte ist pro Spieldurchgang neu generiert, es gibt zahlreiche bekannte Items, Waffen und Songs aus der Zelda-Reihe – allerdings im treibenden Chiptune-Remix.

    Mit seinem Mix aus vertrauten Zelda-Elementen, anspruchsvollem Rhythmus-Gameplay und charmantem Pixelstil ist Cadence of Hyrule ein kreatives, überraschend tiefes Spin-off, das sowohl Fans von Musikspielen als auch Zelda-Liebhaber begeistert.

  • The Legend of Zelda: Links Awakening

    The Legend of Zelda: Links Awakening

    The Legend of Zelda: Link’s Awakening ist ein Remake des gleichnamigen Game-Boy-Klassikers von 1993 und erschien 2019 für die Nintendo Switch. Es erzählt ein ungewöhnliches Zelda-Abenteuer abseits von Hyrule: Link erleidet Schiffbruch und strandet auf der geheimnisvollen Insel Cocolint. Um von dort zu entkommen, muss er den mysteriösen Windfisch erwecken, der in einem riesigen Ei auf dem Berg der Insel schläft.

    Das Spiel unterscheidet sich in Ton und Stil stark von anderen Zelda-Titeln. Die Insel ist voller skurriler Charaktere, ungewöhnlicher Kreaturen und teils absurder Querverweise auf andere Nintendo-Spiele. Link sammelt acht magische Instrumente in klassischen Dungeons, um den Windfisch durch Musik zu erwecken.

    Das Remake bewahrt die originale Top-Down-Perspektive, ergänzt aber moderne Verbesserungen: eine charmante Diorama-Optik mit Spielzeug-Look, überarbeitete Steuerung, automatische Speicherpunkte und eine frische Neuinterpretation des Soundtracks.

    Die Handlung nimmt gegen Ende eine melancholische Wendung, als sich herausstellt, dass Cocolint nur ein Traum ist – mit dem Erwachen des Windfischs verschwindet die gesamte Insel. Link’s Awakening ist ein nostalgisches, aber tiefgründiges Abenteuer mit emotionalem Nachklang, das klassische Zelda-Elemente mit liebevoller Präsentation verbindet.

  • The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom

    The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom

    The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom ist die direkte Fortsetzung von Breath of the Wild und spielt erneut in der offenen Welt Hyrules. Nachdem Zelda und Link unter Schloss Hyrule ein finsteres Geheimnis entdecken, wird das Königreich erneut ins Chaos gestürzt. Eine mysteriöse Substanz namens „Gloom“ breitet sich aus, Schloss Hyrule schwebt plötzlich in der Luft, und Link verliert seine rechte Hand – die daraufhin durch eine magische Armprothese ersetzt wird.

    Das Spiel erweitert die Welt von Breath of the Wild erheblich: Neben der bekannten Oberfläche erkundet man nun auch schwebende Himmelsinseln und eine düstere Unterwelt. Links neue Fähigkeiten – darunter „Synthese“ zum Kombinieren von Objekten, „Deckensprung“ zum Durchqueren von Decken und „Zeitumkehr“ – ermöglichen kreative Lösungen für Rätsel und Kämpfe.

    Zentral ist der Kampf gegen Ganondorf, der durch die Ereignisse unter dem Schloss wiedererwacht. Die Geschichte ist ernster und emotionaler, mit einem stärkeren Fokus auf Zelda selbst. Tears of the Kingdom baut technisch wie inhaltlich auf seinem Vorgänger auf und bietet noch mehr Freiheit, Exploration und kreative Möglichkeiten – ein Meisterwerk moderner Spieldesignkunst.

  • The Legend of Zelda: Skyward Sword

    The Legend of Zelda: Skyward Sword

    The Legend of Zelda: Skyward Sword erzählt die chronologisch erste Geschichte im Zelda-Zeitstrahl und erklärt die Ursprünge des Master-Schwerts, der ewigen Reinkarnation von Link und Zelda sowie des Bösen, das Hyrule bedroht. Das Spiel erschien ursprünglich 2011 für die Wii und wurde 2021 als HD-Remaster für die Nintendo Switch neu aufgelegt.

    Die Handlung beginnt über den Wolken, in der schwebenden Stadt Wolkenhort. Link ist ein junger Ritteranwärter, der aufbricht, um seine Kindheitsfreundin Zelda zu retten, nachdem sie von einem finsteren Tornado in die Welt unter den Wolken gezogen wurde. Dort entdeckt er eine zerklüftete Oberwelt voller Tempel, Geheimnisse und Gefahren.

    An seiner Seite ist das sprechende Schwertgeistwesen Phai, das ihn auf seiner Suche begleitet. Link kämpft gegen Dämonenlord Ghirahim und stellt sich schließlich dem Ur-Bösen: Dem Todbringer. Im Verlauf der Geschichte wird klar, dass Zelda die Reinkarnation der Göttin Hylia ist, und Link das Schicksal hat, sie immer wieder zu beschützen.

    Skyward Sword bietet ein stark lineares Abenteuer mit motion-gesteuerter Schwertführung, tiefgreifender Story und emotionaler Charakterentwicklung. Es legt den mythologischen Grundstein für viele spätere Zelda-Spiele und zeigt den Beginn des ewigen Kreislaufs von Held, Prinzessin und Bösewicht.